Madden 17 (Review)

Das alljährliche Football Spiel von EA Sports ist pünktlich vor der neuen Saison erschienen. Wir haben es uns angeschaut.

Football galt (oder gilt?) hierzulande immer noch als Nischen- bzw. Randsportart. Wobei so ganz stimmt das nicht, letztes Jahr erreichten die TV-Übertragungen von ProSieben MAXX bis zu knapp 9 % Marktanteil #anjedemverdammtensonntag. Ob sich das auf die Popularität von Madden auswirken wird? Wird man sehen – es wäre wünschenswert, denn die diesjährige Ausgabe ist das beste American Football Spiel seit sehr langer Zeit.

Weniger ist mehr

Der Fokus von Madden 17 liegt eindeutig auf zwei sich grundlegend unterscheidenden Modi: Ultimate Team (und Draft Champions) für Online Spieler und der überarbeitete Franchise Mode für Einzelspieler bzw. für geschlossene Ligen. Ultimate Team ist der bekannte Sammelkarten – Grind und Microtransaction Goldesel für EA. Wie jedes Jahr geht es um Packs, Karten, mehr Packs und mehr Karten mit denen man sich seine Mannschaft zusammenstellt und Online gegeneinander spielt. Draft Champions ist eine Variante bei der die Mannschaft zunächst „gedrafted“ wird und danach online gegeneinander gespielt wird. Diese Modi sind mittlerweile nicht nur in Madden, sondern in so ziemlich jedem Sportspiel (egal ob EA, 2K oder die MLB The Show Franchise) in der ein oder anderen Form enthalten und mittlerweile einer der „Standard“ Spielweisen online.

Der Franchise Mode ist das Herzstück

Während die Grundmechanismen der Onlinemodi also im Großen und Ganzen die selben sind, wurde der Franchise Mode zwar keiner Generalüberholung unterzogen aber doch signifikant erweitert. Als Spieler, Trainer oder Besitzer eines Teams gilt es darum die Franchise (oder im Falle des Spielers: die Karriere) aufzubauen und langfristig Erfolg zu haben – Managermodus also. Und die Stellschrauben an denen gedreht wurde machen aus dem bereits guten Modus einen hervorragenden: Die anderen Franchises verhalten sich realistischer, beziehen ihre eigene mannschaftliche und finanzielle Situation mit ein und draften oder traden dementsprechend.

Die Spieler verhalten sich in Vertragsverhandlungen wesentlich realistischer und so fordern auch Mittelklasse Spieler nicht mehr nur Brosamen sondern Beträge die in der Summe weh tun, denn auch die Gehaltsobergrenze muss beachtet werden – das Ergebnis bei uns: eine knapp zweistündige Off-Season da Vertragsverlängerungen, Free Agent Signing und der Draft auf Grund der besseren KI auf einen Schlag mehr Tiefe hat. Die Menüführung ist vom Design her die gleiche wie im letzten Jahr wurde aber sinnvoll entschlackt und wirkt nun kompakter und zugänglicher.

Auch Rookies finden sich zurecht

Und wo wir grad beim Zugang sind: Madden 17 ist für Neueinsteiger in die Serie zugänglich wie kein Football Spiel zuvor. Der ohnehin ausgiebige Skillstrainer wurde nochmals erweitert und ergänzt mit noch mehr Spielzügen und Konzepten die man learning by doing mäßig erlernen kann. Auch im Franchise Mode ist der neue Trainingsmodus sehr hilfreich, gezielte Vorbereitung auf erwartete Formationen des Gegners helfen zum besseren Verständnis des Spiels.

Und es gibt noch direktes Visuelles Feedback im Spiel selbst, dass nicht nur die neuen Elemente im Running Game visualisiert sondern auch die bereits existierende und erweiterte Pass und Fang- Mechanik umfasst. So werden beim laufen oder fangen Knöpfe samt Aktionen angezeigt die in der Situation helfen: sei es ein spektakulärer oder sicherer Fangversuch nach einem Pass oder ein Ausweichmanöver während eines Laufs – die optionalen Hilfen helfen auch Laien schnell ins Spiel zu finden.

Fazit

Optisch ist Madden Jahr für Jahr eine Augenweide, die neue Kommentatoren sind zwar nach wie vor nicht immer auf der höhe des Geschehens, liefern aber viel Trivia und wissen durchaus zu unterhalten. Die Gameplay Neuerungen machen alle Sinn und wirken (bislang zumindest) gut ausbalanciert und der Franchise Modus ist wohl der beste den Madden jemals hatte und wird uns mit ziemlicher Sicherheit durch die neue Saison begleiten und darüber hinaus.

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